Kurswechsel

März 2024 Karibik

Wenn es am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören. Ob wir schon das Schönste der Welt gesehen haben, wissen wir nicht – und ehrlich gesagt bezweifle ich das auch. Deshalb hören wir auch nicht auf, um die Welt zu segeln.

Dass unser bisher nördlichstes Ziel in der Karibik, Dominica, eines der schönsten der bisherigen Reise war, wissen wir inzwischen.

An diesem besonderen Flecken Erde haben wir jedenfalls eine Entscheidung getroffen, die unsere weiteren Segelpläne erst einmal ordentlich durcheinanderbringt.

Man sagt ja sowieso: „Sailors’ plans are written in sand at low tide“ – Seglerpläne sind bei Ebbe in den Sand geschrieben.

Das haben wir auf dieser Tour ziemlich schnell gelernt – exakte Pläne funktionieren auf See nur bedingt. Und genau deshalb konnten wir auch diesmal spontan eine Kursänderung machen.

Bevor wir unsere Reise durch den Pazifik antreten, wollen wir noch einmal unser finanzielles Polster aufstocken. Und dafür gibt es ehrlich gesagt kaum einen besseren Ort als Deutschland.

Also haben wir beschlossen, den kommenden Sommer dort zu verbringen, das Boot währenddessen in Grenada stehen zu lassen und im Dezember unsere Reise Richtung Panamakanal und weiter durch den Pazifik fortzusetzen – dann ohne Zeitdruck.

Sieht schneller aus, als es ist 🙂

Dass wir langsame Reisende sind, haben wir inzwischen gelernt. Seit einem Jahr sind wir in der Karibik unterwegs und haben in 13 Monaten gerade einmal 13 Inseln besegelt – weniger als viele Segler, die wir treffen. Dafür haben wir jede einzelne Ecke in Ruhe kennengelernt, ohne Stress und ohne Zeitdruck.

Alles kann man ohnehin nicht sehen – auch wenn die Windward Islands, die Großen Antillen oder die Bahamas sicher beeindruckend sind. Wir haben dafür an den schönsten Orten nicht vier Tage, sondern vier Wochen verbracht, wie zuletzt auf Dominica.

Auch in Gibraltar, auf den Kanaren und den Kapverden sind wir jeweils länger geblieben als ursprünglich geplant. Einfach, weil es dort gut war. Und weil genau das ja der eigentliche Gedanke ist: Abstand von einem gehetzten Leben zu finden.

Nun gibt es also zum ersten Mal wieder eine echte Timeline. In drei Wochen geht der Flieger von Grenada nach Deutschland.

Das einzig passende Windfenster hat uns davor noch zwei Tage Nonstop Richtung südliche Grenadinen gebracht – mit halbem Wind und ordentlich Welle.

Schönes Blauwassersegeln auf dem Weg von Dominica zu den Grenadinen

Hier auf den südlichen Grenadinen kennen wir uns inzwischen gut aus und wissen genau, wo wir noch einmal halten wollen, bevor wir unser Sommerlager in Grenada beziehen.

Wir fahren noch einmal die Orte an, die uns besonders gefallen haben, treffen Menschen, die wir inzwischen kennen, und genießen das Karibikleben ein kleines bisschen bewusster – gerade weil wir wissen, dass es bald für eine Weile pausiert.

Vor Sandy Island/ Grenada wird man mit Möwengeschrei geweckt… und dann ab ins türkise Nass

Ostern verbringen wir auf Carriacou, wo wir inzwischen zum dritten Mal sind und viele bekannte Gesichter aus dem letzten Jahr wiedersehen.

Das wird in Grenada ähnlich sein. Dorthin geht es nächste Woche, um das Boot bestmöglich einzumotten, bevor wir Mitte April in ein hoffentlich frühlingshaftes Deutschland starten.

Die Aufregung ist groß – fast genauso wie damals, als wir losgefahren sind. Nur dass wir diesmal das Ziel kennen: Hannover. Und die Menschen dort auch – Freunde, Familie und Bekannte, die wir dann fast 600 Tage nicht gesehen haben.

Dazu kommt ein Arbeitsalltag, den wir genauso lange nicht hatten. Aber mit einem Rückflugticket in der Tasche ist das alles vermutlich gut auszuhalten.

Und es ist natürlich auch aufregend und viel Arbeit unsere Celerity ein halbes Jahr allein zurück zu lassen.

Dieser Schritt bedeutet außerdem erst einmal viel Veränderung: kein Meer, kein schaukelndes Bett, kein morgendliches Schwimmen direkt vor der Tür, keine 30 Grad und keine Sonnenuntergänge um 18 Uhr im Meer.

Dafür wieder Fahrrad und Bahn fahren, Freunde treffen und jederzeit volle Supermärkte – mit richtigem Brot, Äpfeln und Nüssen.

Ich bin freudig aufgeregt und gespannt, wie sich Deutschland diesmal anfühlt.

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Hier könnt ihr unserem Boot folgen und unsere Route mit allen Beiträgen unter „show journey“ sehen:



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