Celerity ist Wasserscheu – Maschinenschaden

Das Boot ist bereit. Wir sind bereit. Die Wasser- und Dieseltanks sind voll, die Bilge (der tiefste Punkt im Boot) und Schränke sind gefüllt mit Vorräten für 6 Wochen, das Obst und Gemüse hängt in Netzen von der Decke, alle Kisten und Schränke gefüllt mit allem was man so braucht für eine Blauwasser-Langfahrt. Am Vortag noch einen letzten Antifouling Anstrich und alles Fallsicher verstaut, die Segel angeschlagen, alle Schoten erneuert und bereit.

bereit zum Aufbruch

Das Herz schlägt bis zum Hals, als es endlich soweit ist, dass Celerity ins Wasser gehoben wird und unsere Tour somit beginnen kann.

Da wir Borddurchlässe (dass sind Löcher im Boot durch die Abwasser rausfließen kann) und Dichtungen an Land erneuert haben ist die Spannung auch noch groß ob alles Wasserdicht ist. Sie hängt in den Gurten vom Travel Lift, im Hafenbecken. Wir klettern an Bord. Alle Seeventile auf. Luftanhalten: dicht. Puh. Die Dichtung der Seewasserpumpe nicht. Schade. Dass bekannte Problem werden wir unterwegs also noch lösen müssen – ist doof, aber nix was Abbruch bedeutet.
Dann Motor an: erster Versuch – abgestorben 2. Versuch…. okay hat ein 2 Monate gestanden seit der letzten Tour… weitere Versuche. Nix. Wir ordern Hilfe vom Shipyard an. Die Menschen, die auch unsere Borddurchlässe gemacht haben stehen im Maschinenraum und versuchen dass Ding, teils ziemlich rabiat, zum laufen zu kriegen. Nix da, es kommt nicht genug Sprit an um den Motor zu starten.
Also alles wieder zurück, Boot wieder aus dem Wasser-noch ist sie wohl Wasserscheu und mag nicht so lang im Wasser schwimmen….
Das war Donnerstag, der 15.09. – unser überall kommunizierter Starttag.

To Do Liste abgearbeitet

Jetzt geht die Warterei und Hofferei los.
Am Freitag kommt Apollo, der polnische Mechaniker-Freund vom Travel Lift Fahrer. Im Hawaii-Hemd (was auch erklärt, warum Heiko beim Anklopfen erst fragt ob er der Mechaniker sei). Der schimpft erstmal auf die Startversuche, bei denen wohl Hammerschläge mehr Schaden als Nutzen angerichtet haben, stellt aber auch Diagnosen die Hoffnung auf einen baldigen Start machen. Die Ursache für die leckende Pumpe finden wir auch. Inzwischen ist klar: wenn wir Montag nicht starten können, sitzen wir ne Woche fest, weil wir nicht ins Wasser gehoben werden können. Am Samstag kommt er mit den passenden Ersatzteilen und einem Einspritzpumpen-Lukas. Wieder wird gebastelt.

der gute Mercedes Benz Taximotor

Sonntag Morgen: die Einspritzpumpe wird ausgebaut. Diagnose: kaputt! Das können selbst die griechischen Polen auf Deutsch.
Nun ist der besagte Montag, wir machen bereits Pläne für die kommende Woche – an Land. „Stay Strong“ sind die letzten Worte des Mechanikers bevor er mit unserer Einspritzpumpe unterm Arm die Leiter am Boot runter klettert, in der Hoffnung sie reparieren zu können. Ansonsten muss ne neue her, das wird spannend.

Irhendwie passend der neue Platz: direkt am Meer, aber durch Stacheldraht gefangen, neben dem Travelift, der die Tür zur Freiheit sein könnte. Bald.

Naja. Ich, als unverbesserlicher Optimist denke: Besser hier fällt auf, dass die Maschine nur auf 3 Zylindern läuft, als irgendwo unterwegs, wenn wir den Motor gerade brauchen. Und ich lerne gerade ganz viel über Diesel-Motoren, weiß wie ein Simmering und ein Dieselfilter aussieht und was eine Einspritzpumpe und Zylinder so machen. So haben wir jetzt also außerdem Zeit all die Kleinigkeiten zu erledigen, die wir aufgeschoben haben: die Reling ölen, den neuen Beiboot- Außenborder austesten, Haken anschrauben, putzen…
Und entspannen! Die letzten Wochen vorm Aufbruch waren auch extrem stressig, so sollte diese Zwangspause vielleicht auch einfach sein um auszuschlafen, schnorcheln zu gehen und Octopus zu harpunieren… wir sind nicht so Wasserscheu wie Celerity.
Drückt die Daumen. Es bleibt spannend…

7 Kommentare bei „Celerity ist Wasserscheu – Maschinenschaden“

  1. Viel Glück, dass ihr bald zu Wasser könnt! Ihr macht es echt spannend!

  2. Gute Reise,

    Schick wenn du hast die IMO number dann kkann ich auf dem AIS verfolgen wo es euch hin verschlägt.

    Mfg Henning

  3. Nici, ich liebe deinen Optimismus. Du siehst immer das Positive , auch in schwierigen Situationen. Das finde ich großartig! Erholt euch gut . Ich drücke die Daumen, dass ihr bald starten könnt ! ❤️

  4. Ausbrechen ist anstrengend.
    Genießt die Auszeit und später den Start. Das Universum weiß immer was richtig ist auch wenn es weh tut 😛

  5. Alle Daumen sind gedrückt ✊

  6. Ihr zwei Hübschen…

    ¹ Es kommt immer anders als man denkt.
    ² Es kommt immer alles, wie es kommen soll.
    ³ Es kommt immer auf die Perspektive an.

    Ihr macht es genau richtig, das Positive aus allem ziehen- und wie ‚cool‘ ist das denn bitte, by the way noch ein paar Lehrstunden Boot-Mechanik KOSTENFREI [außer evtl. Nerven] mitnehmen zu dürfen Ihr habt recht, besser jetzt die Hawai-Männer aufs Boot holen, als auf dem Wasser und dort evtl. einen unseriöse[ren] Mechaniker im Pirat-Look!?!

    Ich drücke meine Daumen und Toffy seine zwei Wolfskrallen, dass ihr so schnell wie möglich eure Segel setzen und die Leinen losmachen könnt.

    Ich feue mich schon auf die nächste ‚Story‘, passt auf euch auf!
    Drücker aus Berlin

  7. Ihr Beiden macht das aber auch spannend.. 🙂
    *daumendrück*

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